Oberfläche: Schutzgebiet 4.837 ha, Umgebung 5.832 ha
Der Naturpark Antola ist eines der schönsten Gebiete im genuesischen Hinterland und ligurischem Appennin. Das Hügel- und Berggebiet grenzt im Norden an den Piemont, im Osten an die Emilia-Romagna, und ist leicht von der Provinz Pavia aus erreichbar. Der Park umfasst zwei Täler - Scrivia und Trebbia - mit verschiedenen geomorphologischen Merkmalen. Diese wiederum umfassen Felsformationen, wie beispielsweise das Konglomerat in Savignone im Gegensatz zu den sanften Hängen aus mergeligem, kalkhaltigen Antola - Gestein.
Im Schutzgebiet ist die Umwelt vielfältig. Es gibt Täler, Gipfel, Wälder, Weiden, Lichtungen, Felswände, Wildbäche und Seen. Der vom Gipfel des Antola bewachte "Parco" stellt ein nicht nur natürlich, sondern auch historisch, architektonisch und kulturell wichtiges Menscheitserbe dar.
Die Täler des Antola sind ideal, um Sport zu treiben oder die Freizeit auf den insgesamt 270 Km langen Routen (fast alle F.I.E Wanderwege) zu verbringen. Die sportlichen Aktivitäten, die hier betrieben werden können, sind: Reiten, Kanufahren auf den grossen Flüssen in Val Trebbia, Klettern und Bergsteigen im Gebiet der Rocche del Reopasso, Mountainbiken und Radfahren, Gleitschirmfliegen, Flugdrachenfliegen, Bogenschiessen in Monte Maggio, Angeln, Winterwanderungen mit Skiern, und Bergsteigen auf dem Gebirgskamm des Antola.
Der Monte Antola (1597 m), höchster Berg im Naturpark, erhebt sich aus dem Gebirgskamm, der das Hochtal Scrivia mit dem Hochtal Trebbia verbindet. Der Antola ist für die bunten Blumen bekannt, welche seine Hänge färben. Neben den Narzissen, die in Ligurien immer seltener werden, bekommt man auch Orchideen, Enzyane, Lilien, Ranunkeln und Akeleien zu sehen. Dieser Berg ist nicht nur ein geschätztes Wanderziel, sondern auch eine antike Kreuzung überregionaler Pfade, welche über die Jahrhunderte hinweg von den örtlichen Gemeinschaften, besonders zu Handelszwecken, benutzt wurden. In der Vergangenheit kamen die Talbewohner übrigens auf die Hänge des Antola, um Heil- und Gewürzpflanzen zu sammeln, die überwiegend in der Volksmedizin verwendet wurden. In der Nähe des Gipfels steht die Berghütte des Parks, in der zur Zeit noch Bauarbeiten im Gang sind. Von hier aus kann man eine herrliche Aussicht geniessen, denn der Blick schweift an heiteren Tagen vom ligurischen Meer bis hin zu den drei Massiven der nordwestlichen Alpen - Monviso, Rosa und Bianco.
Val Vobbia
In Val Vobbia, dessen Wildbach in "Isola del Cantone" in den Wildbach Scrivia fliesst, ist die Landschaft wild. Es gibt eine in Konglomeratgestein ausgehöhlte Schlucht und ein einst zwischen zwei Felstürmen aus Puddingstein erbautes Schloss namens Castello della Pietra, Es ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Tales, das von steilen Felswänden und sanften Hängen mit grossen Kastanienwäldern gezeichnet wird. Die Kastanienbäume, welche einst von den Talbewohnern selbst gepflanzt wurden, spielten früher eine wichtige Rolle. Ihre Früchte wurden frisch gegessen oder in besonderen Steinstrukturen, seccherecci genannt, gedörrt und gemahlen. Diese Strukturen aus Stein sind heute noch in den hiesigen Wäldern und in der Nähe von Bauernhäusern zu sehen. Die Verwendung der Kastanienbäume als Brennholz und für den Hausbau hat zur Verwandlung der prächtigen Kastanienwälder in Niederwälder geführt. Trotzdem bestehen in Val Vobbia diverse Kastanienwälder mit jahrhundertealten Exemplaren. Man kann diese auf dem Wanderweg "Il Sentiero dei Castellani", der auch ohne Führung begehbar ist, oder auch in anderen Tälern des Parks, problemlos bewundern.
Val Pentemina und Val Brevenna
Val Pentemina und Val Brevenna sind nicht nur unter dem naturwissenschaftlichen Gesichtspunkt interessant. Ihre Bedeutung ist auch historisch, wie die Spuren antiker Bauernkultur auf den Berghängen dieser Täler beweisen. Die ländlichen Dörfer, darunter Pentema, Senarega, Chiappa, Casareggio und Tonno, mit ihren Terrassierungen und Bauernhäusern, sind Zeugnisse einer jahrhundertealten Zivilisation, die viele Generationen lang mit grosser Mühe überlebt hat. Besonders verbreitet sind hier die alten Mühlen. In Porcile im Brevenna-Tal kann man eine Mühle besichtigen, die erst vor Kurzem restauriert wurde. Ausserdem sollte man sich die sogenannten Casoni, d.h. uralte Steinhäuser, welche allerdings bis vor Kurzem noch benutzt wurden, nicht entgehen lassen.
Hochtal Trebbia
Im Hochtal Trebbia wird die Landschaft von kleinen, zertsreuten Dörfern geziert. Grosse Seen und Wildbäche, z.B. der Brugneto See,die Wildbäche Trebbia, der Terenzone und der Cassingheno, sowie üppige Buchenwälder sind weitere reizvolle Elemente dieses harmonischen Landschaftsbilds. Der Wildbach Trebbia mit seinem klaren Wasser und seinen Mäandern ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen und diejenigen, die Sport treiben wollen. Hier sind zahlreiche Zeugnisse der früheren Bauernkultur zu finden, welche die starke Veränderung der Umwelt durch den Menschen beweisen. Beispiele hierfür sind die Terrassierungen, die ländliche Architektur, die Bauernhäuser mit ihren Strohdächern, die vielen Mühlen und die alten Brücken. Wiesen und Weiden, auf denen heute noch, besonders im Sommer, Rinderherden weiden, sind ideale Bereiche zur Bewunderung der vielfältigen Flora des Parks. Ausserdem kann man hier Damhirsche, Rehe und Füchse sowie Amphibien, Reptilien, Vögel und bezaubernde Schmetterlinge sehen.